Alles Vollpfosten.
Ich kann gut verstehen, wieso manche Leute sich lieber über den Verkehr auf den Straßen oder über gesprächige Taxifahrer aufregen; Menschen in und um öffentliche Verkehrsmittel herum sind schlimmer. Die gröbsten Fälle fallen schon an den Bushaltestellen auf, spätestens jedoch im Bus wird man mit lauter “Ischfickedeinemutta”-Musik aus den plärrenden, portablen Brüllwürfeln mannigfaltiger Unterschichten-Asis begrüßt, die sich in der letzten Reihe derart aufgethront haben, dass man den Eindruck erlangen könnte, sie finden den Gedanken daran, König eines Busses zu sein, enorm befriedigend.
Unkoordinierte Spasten 2.0: Die U- und S-Bahn-Station
Kaum aus dem Bus gestiegen (oder eher: gedrückt worden; es möchte freilich jeder der Erste sein, der sich in den nun folgenden Wahnsinn werfen möchte), sollte man sich keine unaufmerksame Sekunde gönnen und stattdessen rasch den planlos herumlaufenden hirnlosen Körperträgern ausweichen; diese werden genau das nämlich nicht tun. Nein, diese scheinbar viel-zu-beschäftigten Personen (ich bezeichne sie unter Anderem als “Mobs”) stellen für die durchschnittliche höhere Lebensform leider nur einen sich bewegenden Hindernisparcours dar, in dessen Verlauf der Kandidat meist die Anschluss-U-Bahn verpasst, weil er der einzige ist, der sozial genug ist, einen Kinderwagen oder ähnliches nicht-treppenfähiges Gerät eben jene nach oben zu chauffieren.
Leck mich fett, ich fahre U-Bahn
Das Abenteuer endet natürlich noch nicht, sobald man die Bahn der Wahl dann betreten hat. Hier gilt es für die Mobs als Funsportart, sich so hinzusetzen, dass möglichst wenige Mitfahrende auf den Bänken einen Platz finden. Dazu werden Beine, Arme und Gepäckstücke gekonnt fehlplatziert.
Und wer, nachdem er auf die Frage “Könnten Sie mich kurz durchlassen?” am Ende nicht reagiert, den Aussteigenden anmotzt, wenn dieser sich seinen Weg durch den Wald von Beinen und Taschen bahnen möchte, gewinnt.
In diesem Sinne: Alter Lachs.
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